Wir staunen über die Schätze der Natur

„Naturwissenschaft und Glaube kommen im Staunen zusammen!“ Diese Feststellung des Religionspädagogen Rainer Oberthür geht mir durch den Kopf, wenn ich meine Schulkinder der 4. Klassen dabei beobachte, wie sie mit Feuereifer ihre mitgebrachten Naturschätze auspacken und mit Hingabe auf den Tischen drapieren. Sogleich werden Info-Kärtchen angefertigt, um Steine, Muscheln und sonstige Schätze museumsgerecht zu präsentieren. Und schon geht’s los – das große Staunen – was haben wohl alle anderen mitgebracht? Wir wandern von Tisch zu Tisch und bewundern glitzernde Kristalle, besondere Muscheln und Meeresschneckenhäuser, bunte Herbstblätter, Federn, schöne Blumen und noch so vieles mehr. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus! Sogar lebendige Schätze der Natur gibt es in unserem „Klassenmuseum“! Einige Käfer, Schnecken und sogar kleine Fische aus dem eigenen Aquarium finden ihren Weg zu uns, den neugierigen Forscher:innen, die so viele Fragen umtreibt:

„Woher hast du denn diesen Stein?“

„Wie alt ist dein Fisch eigentlich?“

„Wie vermehren sich Seesterne?“

Konzentriert beobachten die Kinder die im Gurkenglas schwimmenden Fische oder schmunzeln über die Käfer, die sich immer wieder hinter Blättern verstecken. Als wir gegen Ende der Stunde das Lied „Du hast uns deine Welt geschenkt“ mit selbsterfundenen Strophen aus unserem reichhaltigen Angebot singen, zupft mich ein Mädchen am Ärmel und fragt: „Wie konnte sich Gott nur all diese tollen Sachen ausdenken?“ Ich denke, für die kommenden Religionsstunden ist für genügend Gesprächsstoff gesorgt: zum Nachdenken, Philosophieren und Theologisieren! Aber das ist eine andere Geschichte …

Dipl.-Päd. Michaela Blahous